Vom Paarmarathon zum MTB 2er-Teammarathon - was seit 1993 geschah...

 

Der Holzhauer Teammarathon fand 15 mal statt. Zuletzt gab es 2009 die sogenannte "Rundenhast auf Stollenreifen". Zur zeit ruht die Organisation, aber wer weiß vielleicht heißt es ja doch mal wieder "es geht wieder rund in Holzhau".

 

Einen kleinen Einblick bekommt man auf den folgenden Zeilen, wo chronologisch die Veranstaltungen seit 1993 am Skihang in Holzhau bis zuletzt 2009 in der Skiarena in Oberholzhau dargestellt werden. Der Inhalt ist aus der Ausstellung "15. Jahre MTB 2er-Teammarathon Holzhau" entnommen. Viel Spaß beim lesen...


Thomas Henker
Thomas Henker

02. Oktober 1993, Skihang Holzhau

 

1. MTB - Paarmarathon, die Anfänge...

Mit viel Pioniergeist wagten sich Olaf und Kathleen Schau im Spätherbst 1993 an eine Mountainbikeveranstaltung, die es bis dahin in Deutschland noch nicht gegeben hat. Ein Teamrennen über eine bestimmte Zeit sollte den Reiz dieser Veranstaltung ausmachen. Damals ahnten die beiden noch nicht, welche Faszination von dieser Sportart ausgeht und dass der „MTB-Paarmarathon“ zu einer Traditionsveranstaltung im Erzgebirge werden sollte. Olaf und seine Schwester Kathleen gehörten damals zu den besten Mountainbikern in Sachsen und prägten die „Szene“ entscheidend mit. Zu dieser Zeit bestand die Schwierigkeit, die noch recht unbekannte Sportart bei den Einheimischen und Sponsoren gut zu verkaufen und populär zu machen. Die anfänglichen Hürden konnten aber sehr gut bewältigt werden und in den folgenden Jahren wuchs damit auch der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung.

Bei der ersten Auflage des „MTB-Paarmarathons“ waren insgesamt 26 Teams am Start. Bei den Herren über 6 Stunden gewann der Rechenberger Mario Hähnel mit seinem Partner Gunar Brettschneider (Biathlet aus Altenberg). Auch aus Holzhau und Rechenberg waren einige erfolgreiche Teams am Start. Die Radexperten aus der Region Thomas Henker vom Team Sportrad Henker aus Freiberg und Dirk Eger aus Olbernhau waren bei der Geburtsstunde des „MTB-Paarmarathon“ in Holzhau ebenfalls am Start. Die Strecke am Skihang verlangte den rund 60 Teilnehmern alles ab. Dies zeigen auch die große Anzahl der Aufgaben, welche damals zum Teil auch auf Mängel am Material zurück zuführen war. Unter den ausgeschiedenen Fahrern befand sich auch Albrecht Dietze (Organisator des Erzgebirgs-Bike-Marathons in Seiffen), der uns diese Bemerkung bitte nicht übel nimmt ;-)!!!


Serpentinauffahrt am Holzhauer Skihang
Serpentinauffahrt am Holzhauer Skihang

17. September 1994, Skihang Holzhau

 

2. MTB - Paarmarathon, man etablierte sich...

Olaf Schau, der Gründer des MTB-Paarmarathons, beantwortet im Rahmen der Ausstellung "15. Jahre MTB 2er-Teammarathon" in der Rathausgalerie Rechenberg 7 Fragen zu den Anfängen des Mountainbikesports in Sachsen...

 

 

Wie ist die Idee einen MTB-Team-Wettbewerb zu organisieren entstanden?

Olaf: Andere "normale" MTB Rennen gab es schon. Im selben Jahr 1993 startete ja auch Seiffen mit dem EBM. Albrecht Dietze gab mir nach seinem ersten organisierten Rennen (mein zweites MTB Rennen) noch paar Tipps und dann habe ich die Vorbereitungen für den Paarmarathon in Holzhau begonnen. In der Schweiz gab es schon einige Jahre die legendären "24 Stunden von Eschlikon". Davon haben mir Schweizer Teilnehmer (mit denen ich mal gemeinsam auf einer Radreise war) begeistert berichtet. So etwas sollte es nach einigen Jahren Anlauf in Holzhau vielleicht auch mal geben.

 

Was machte Anfang der 90er Jahre den MTB-Sport aus?

Olaf: Alle waren mit Feuereifer dabei, denn es war ja etwas Neues. Und man konnte eigentlich das ganze Jahr über fahren, was in schneearmen Wintern praktisch war. Und das Bike war wiederum auch vorteilhaft im Schnee, da man sich recht gut durch 30 Zentimeter Neuschnee wühlen konnte, falls keine Lust zum Skifahren da war.

 

Wie war die "MTB-Szene" in Sachsen organisiert?

Olaf: Es gab sehr viele kleine Rennen und mit den Jahren kamen einige Marathons dazu. Es gab Wochenenden mit drei Wettbewerben und diese Fülle von Rennen (auch ein Nachtrennen im 2er Team in Neustadt/Orla) gab es wohl fast nur in Sachsen und Thüringen. Alle waren meist von traditionellen Radsportvereinen organisiert, aber es gab wie uns auch Quereinsteiger. Hans Bergert aus Lichtenstein war eigentlich überall aktiv und/oder als Kampfrichter dabei. Außer beim 1. Paarmarathon in Holzhau; der war so halb illegal (was wusste ich, wo ich überall fragen sollte?). Hans hatte sozusagen den Hut auf und er war der notwendige "Offizielle".

 

Wer gehörte zum "Gründungsteam" des Paarmarathons?

Olaf: Meine Schwester Kathleen und ich. Mit ihr habe ich alles besprochen und sie war mit Begeisterung, auch aktiv auf dem Mountainbike, dabei. Die Helferschar kam aus dem Freundeskreis und der SG Holzhau. Da ich bis Ende 1996 in München gearbeitet habe, war vieles Fernorganisation und das Praktische dann in meinen freien Tagen zu Hause.

 

Wie bist du zum MTB-Sport gekommen? (Was war dein erstes Bike und wie hast du es bekommen?)

Olaf: Mein erstes Bike habe ich mir im zeitigen Frühjahr 1991 in Marktredwitz gekauft. Es war ein SCOTT Montana (ziemlich großer Rahmen und sicher 15 Kilo schwer). Damit ging es dann in die Wälder, auch abseits der Wege (mit so einem Ding war ja fast alles fahrbar!), um Holzhau und in die böhmischen Wälder hinter der Grenze.

Für mein erstes Rennen 1993 in Frauenstein (1. Platz) und dann am selben Wochenende in Seiffen (2. Platz) habe ich mir allerdings ein MTB WHEELER von Michael Eilenberger ausgeliehen, da das SCOTT defekt war und eigentlich zu schwer.

 

Wie haben dir die Neofarben der Klamotten der 90er Jahre gefallen?

Olaf: Ich hatte wohl auch zwei sehr bunte Trikots, damit man im dunklen Wald besser gesehen werden kann... (lacht)

 

Wie bist du heute mit dem Bike noch unterwegs?

Olaf: Nur noch gelegentlich im richtigen Gelände. Für den Arbeitsweg in Dresden nutze ich nur mein "Reisebike". Und seit einigen Jahren bin ich auch nicht mehr bei Rennen aktiv. Das (vorerst) letzte Rennen war der 11. Teammarathon 2005 in Holzhau mit Uwe Lachmann. Hat Riesenspaß gemacht hier auch endlich mal fahren zu können. Sonst gelegentlich Touren im Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz und manchmal mit Gepäck auch über fernere Gebirge oder durch Wüsten.


Wechselzone und Fahrerlager am Skihang Holzhau
Wechselzone und Fahrerlager am Skihang Holzhau

16. September 1995, Skihang Holzhau

 

3. MTB - Paarmarathon, und die Stundenhast ging weiter ...

1995 fand bereits der 3. MTB-Paarmarathon in Holzhau statt. Nach drei Jahren konnte man bereits einige Fortschritte im Mountainbikesport erkennen. Die Bikes wurden leichter, Carbon-Rahmen wurden teilweise von den Markt führenden Firmen angeboten und Federgabeln eroberten so langsam den MTB-Sport.

In Holzhau ging es auch wieder rund! Es wurde zum ersten Mal die 100-Kilometer-Schallmauer vom Team Paul/Ramm aus Chemnitz geknackt. Über 6 Stunden schafften sie 102,55 Kilometer mit 2407 Höhenmetern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km/h. Auch die Organisation des MTB-Paarmarathons wurde professioneller. Deutlich mehr Sponsoren, 30 fleißige Helfer und Sonderwertungen für die Teilnehmer, damit auch die Biker des Mittelfeldes zu schnelleren Runden angespornt werden, prägten das Bild in Holzhau.

 

Was passierte sonst noch in disem Jahr?

  • MTB-Weltmeisterschaft in Kirchzarten (GER). Bei den Damen gewinnt Alison Sydor (CAN), bei den Herren Bart Brentjens (NED).
  • 3. Auflage des Erzgebirgs-Bike-Marathons in Seiffen (damit ältester MTB-Marathon in Deutschland). 

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